Mittwoch, 13. Juni 2018

Übermütig

Gähnende Leere. 
In Rosamundes Wohnung steht nichts mehr

Rosamunde sticht der Hafer. Übermütig wie Hannovers erfolgreichste Schriftstellerin nun einmal ist, überlässt sie das Durchstechen von Nachrichten nicht der Staatsanwaltschaft von Hannover, sie sticht diese Behörde aus. Meldet heute die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" auf Seite 1: "In der Affäre um Günstlingswirtschaft und zu hohe Gehälter für Spitzenbeamte in Hannovers Rathaus ermittelt die Staatsanwaltschaft nun auch gegen Stefan Schostok (SPD). Wie der OB am Dienstag selbst mitteilte, geht die Behörde dem Verdacht der Untreue zulasten der Staatskasse nach."

Stefan ist keinesfalls ein vorlauter Bruder von Rosamunde Schostok, sondern ein veralteter Vorname der Oberbürgermeisterin. Die Ermittler haben Rosamunde zufolge nicht nur ihr Dienstzimmer im Rathaus, sondern auch ihre Wohnung durchsucht. In ihrer Wohnung steht nichts mehr. Da Rosamunde ihren Büroleiter Frank Herbert sowohl auf dem Sofa als auch in der Badewanne oder in ihrem Bett bevorzugt haben kann, wurde alles mitgenommen. 

Aus dem Rathaus ließen die Ermittler sogar das Handy von Rosamunde mitgehen. Dabei soll es sich um einen Irrtum gehandelt haben. "Kein Ermittler hält Hannovers bekannteste Schriftstellerin und Oberbürgermeisterin für so dumm, dass sie Straftaten telefonisch ankündigt. Das machen nicht einmal wir", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover. "Deshalb haben wir das Handy umgehend wieder zurückgegeben."

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