Donnerstag, 25. April 2019

Nichts gewusst

Landgericht Hannover nicht zuständig

Rosamunde hat nichts gewusst. Im April 2017 ist Hannovers bekannteste Schriftstellerin, die sich als Oberbürgermeisterin von Hannover lediglich ein Zubrot verdient, gar nicht im Neuen Rathaus gewesen. Sie sammelte Eindrücke für ihren nächsten Bestseller, der "Das geheime Brot" heißen und von einer schlecht bezahlten Freundin eines Kulturdezernenten handeln sollte, bis sie in Würzburg in einem Antiquariat einen Roman entdeckte, der diesen Titel bereits trug. Also trug Rosamunde Schostok alle ihre Notizen zum nächsten Papierkorb und entsorgte sie so.

Wenn nun die Staatsanwaltschaft Hannover behauptet, Rosamunde Schostok habe seit April 2017 von illegalen Zahlungen an ihren damaligen Büroleiter Dr. Frank Herbert gewusst, dann ist das grober Unfug. In Würzburg erfährt man nie etwas. Da sie auch nicht von der Würzburger Staatsanwaltschaft angeklagt werden soll, kann das Landgericht von  Hannover nur entscheiden: Die Antiquariate von Würzburg gehören nicht zu unserem Zuständigkeitsbereich. 

Auch die Rücktrittsforderungen und das Ultimatum der SPD sind somit hinfällig. Außerdem gilt die Unschuldsvermutung. Wer in Würzburg recherchiert, um eine Geschichte mit einem ebenfalls brotlosen Büroleiter zu würzen, kann in Hannover nur unschuldig sein. Rosamunde Schostok wird also weiter Bestseller schreiben und hin und wieder im Neuen Rathaus vorbeischauen. 

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