Freitag, 25. März 2016

Kein Interesse

An "Hallo Wochenblatt" und an Rosamunde

O weh, "Hallo"! Bothfeld hat kein Interesse am "Wochenblatt". Da suche ich auf dem Weg zum Kulturtreff eine Hausecke, um mir windgeschützt eine Zigarette anzuzünden - und worüber stolpere ich fast? Über einen Zeitungsstapel, der bereits bis zum sechsten oder siebten Exemplar durchnässt ist. Das achte Exemplar von oben ziehe ich aus dem Stapel - auch durchgeweicht. Das Datum der Ausgabe kann ich aber noch entziffern. 16. März 2016. 

Der Stapel neben dem nächsten Hauseingang ist nicht ganz so hoch. Die meisten Exemplare sind ebenfalls durchgeweicht, auch sie sind vom 16. März 2016. Ich finde eine halbwegs noch trockene Ausgabe und lege sie in meinem Fahrradkorb. Meine Zigarette brennt. Erst jetzt fällt mir ein weiterer Zeitungsstapel auf, der schon so verklumpt ist, dass niemand mehr die Exemplare voneinander trennen könnte.

In einer Sparkassen-Filiale schlage ich das von mir mitgenommene, aber vom Regen noch nicht völlig mitgenommene "Hallo-Wochenblatt" auf und stelle fest, dass sich Hannovers größte Schriftstellerin Rosamunde Schostok ebenfalls nicht über mangelndes Interesse beklagen kann. Bei einer Lesung im Freizeitheim Vahrenwald, von der Wochenzeitung "Bürgerversammlung" genannt, ist gerade einmal eine Handvoll Publikum erschienen. 

Wohl auch deshalb erschien mir Rosamundes Behauptung "Das Problem von vermehrten Drogengeschäften im Bereich der Lukaskirche habe ich bisher nicht wahrgenommen" zweifelhaft zu sein, denn Karl Marx hat schon im 19. Jahrhundert gewusst: "Religion ist Opium fürs Volk."   


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