Samstag, 31. August 2013

Einstweilige Verfügung (III)

Verwaltungsgericht Hannover
Postfach 6122
30061 Hannover
Zur Fristwahrung vorab per Internetfax

Az. 1 B 6251/13

In der Verwaltungsrechtssache Tjaden gegen Landeshauptstadt Hannover nehme ich zu Ihrem richterlichen Hinweis wie folgt Stellung:

Ich will keinesfalls einen Zusammenhang zwischen Plakatierung der Parteien und der mir versagten Zulassung zur Oberbürgermeisterwahl herstellen. Ich werte die Plakatierung von SPD und Grünen auf den öffentlichen "Anschlagstafeln" vor der Zulassung der Oberbürgermeisterkandidaten als Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz bei Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland. Mir jedenfalls ist vom Wahlamt mitgeteilt worden, dass meine Plakate erst nach meiner Zulassung geklebt werden.

SPD und Grüne bedienen sich bei der Plakatierung ihrer Oberbürgermeisterkandidaten schon vor der Zulassung auch eines Tricks. Sie kleben diese Plakate dort hin, wo eigentlich die Plakate für die Bundestagswahl hängen sollen. Die Flächen sind strikt getrennt. Bis zur Zulassung haben SPD und Grüne den Eindruck erweckt, ihre Oberbürgermeisterkandidaten seien Bundestagskandidaten. Der Werbeeffekt für die beiden Kandidaten bleibt dennoch.

Laut deutschem Recht bricht das höhere Recht das niedere Recht. Das ist bei Wahlen inzwischen anders, wenn jemand als Parteiloser kandidiert. Sein im Grundgesetz verbrieftes passives Wahlrecht wird ausgehöhlt mit niederem Recht. Aus der gewollten parlamentarischen Demokratie ist längst eine nicht gewollte "Parteiendemokratie" geworden. Ein parteiloser Kandidat soll mit Unterstützerunterschriften seine Ernsthaftigkeit beweisen, der CDU-Kandidat dagegen kann fürwahr nicht behaupten, dass er schon einmal ernsthaft Politik gemacht hat. Er ist erst im Januar 2013 in die CDU eingetreten, um sogleich seine Kandidatur anzumelden. Da ist die Zulassung nur noch eine Formsache.

Wird das passive Wahlrecht für mich eingeschränkt, werde ich ungleich behandelt. Das widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz in Artikel 38 Grundgesetz. Inzwischen entscheiden sich immer mehr Wählerinnen und Wähler für parteilose Kandidaten, immer mehr Parteilose werden Bürgermeister und Oberbürgermeister. Die nicht mehr zeitgemäß wirkende Unterstellung, Parteilose seien nicht unbedingt ernsthaft, ist längst von der Praxis widerlegt.

Im Grundgesetz steht auch nirgendwo, dass ich erst einmal Verwaltungs- und Verfassungsrecht studieren muss, um einen Antrag so stellen zu können, dass ein Verwaltungsgericht alle formalen Vorschriften für erfüllt hält. Mein Ziel muss erkennbar sein. Das ist: Ich bin vom Wahlamt der Stadt Hannover als parteiloser Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Hannover zuzulassen. Der Anordnungsgrund steht im Grundgesetz. Wahlen sind allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim. Gibt mir jemand auf einem Formular seine Unterschrift, ist seine Unterstützung nicht mehr geheim. Allgemein, unmittelbar und frei bedeutet, dass ein Zwei- oder Mehrklassen-Wahlrecht nicht zulässig ist - weder aktiv noch passiv.

Das Bundesverfassungsgericht mag das bislang anders entschieden haben. Aber es gibt viele Beispiele dafür, dass auch solche Urteile nicht für die Ewigkeit gemacht sind.

Art 38 

(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.
(2) Wahlberechtigt ist, wer das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat; wählbar ist, wer das Alter erreicht hat, mit dem die Volljährigkeit eintritt.
(3) Das Nähere bestimmt ein Bundesgesetz.

Einstweilige Verfügung (IV)

Montag, 26. August 2013

Beschwingt beswingt

Großer Bogen einer großen Dichterin

Solch einen Bogen schlägt nur eine große Dichterin: Von "Mein Hannover swingt" am Anfang bis zu "Mein Hannover beschwingt" am Ende ihrer heutigen Kolumne. Deswegen wird die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin Rosamunde Schostok bereits - wie berichtet - als Literaturnobelpreisträgerin gehandelt. Als zukünftige Oberbürgermeisterin allerdings weniger.

Noch weniger mag Rosamunde Schostok kritische Anmerkungen auf ihren Facebook-Seiten. Wie auf dem Foto von ihrem Bus heißt es "Auf geht´s", sobald jemand eine Information postet, die ihr nicht ins Häkelzeug passt. Vor der Wahl ist für sie nach der dichterischen Freiheit anderer. Geklagt wird nicht.

Das soll nicht nur für zwei parteilose Oberbürgermeisterkandidaten gelten, die sich an das Verwaltungsgericht von Hannover gewendet haben, weil sie sich benachteiligt fühlen, das gilt auch für das neue Kröpcke-Center. Die Kläger haben ihre Klage zurückgezogen, meldet heute das Gericht. Architektonischer Bogen nach innen oder architektonischer Bogen nach außen, ist denen mittlerweile so egal wie die freie Sicht auf ihre Geschäfte.

Die sieht man sowieso nicht mehr. Rosamunde Schostok stellt überall Plakate auf. Immer und überall. Kommt man mal in eine Straße ohne Schostok-Plakat an jedem Baum und an jedem Laternenpfahl, kommt eine Stadtbahn. Auch mit Wahlwerbung von Rosamunde Schostok.

Dafür interessiert sich auch schon ein Investor. Der will aus dem Ihme-Zentrum nach der Wahl ein Lager für Schostok-Plakate, Schostok-Folien, Schostok-Flyer und Schostok-Kolumnen machen. Ob der Platz ausreichen wird, ist umstritten.








Einstweilige Verfügung (II)


"Anschlagstafel" am Thielenplatz mit OB-Kandidaten der
SPD und der Grünen. Foto: Heinz-Peter Tjaden












Verwaltungsgericht Hannover
Eintrachtstraße 19
30173 Hannover

Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung/Oberbürgermeisterwahl am 22. September 2013

Der parteilose Oberbürgermeisterkandidat Carsten Schulz, Stolzestraße 60, 30171 Hannover, hat beim Verwaltungsgericht in Hannover eine einstweilige Verfügung beantragt, um doch noch als Kandidat zugelassen zu werden. Der Wahlausschuss ließ am 20. August 2013 lediglich die Kandidaten und die Kandidatin der CDU, der SPD, der Grünen und der Linken zu. Die Bewerbung von Carsten Schulz und von mir wurde mit der Begründung abgelehnt, wir hätten nicht die erforderliche Zahl an Unterstützerunterschriften erhalten. Bei meinem Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung schließe ich mich der Begründung von Carsten Schulz nicht nur an, ich erweitere sie auch:

Zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover offiziell zugelassen sind die Parteikandidaten erst seit der Sitzung des Wahlausschusses am 20. August 2013. Vorher genossen sie den gleichen Status wie Carsten Schulz und ich. Über diese Kandidaten haben die Medien auch schon vor der offiziellen Zulassung berichtet, was für die parteilosen Kandidaten nicht gilt. Auch Plakate sind für Parteikandidaten bereits vor der offiziellen Zulassung geklebt worden, und zwar auch dort, wo das noch gar nicht zulässig war.

In Hannover gibt es laut Mitteilung des Wahlamtes der Stadt Hannover vom 22. Juli 2013 rund 80 "Anschlagstafeln", die von allen Kandidaten nach der offiziellen Zulassung für die Plakatierung genutzt werden können. Das erledigt eine Firma aus Hannover. Dieser Firma habe ich 90 Plakate geschickt.

Nach der Sitzung des Wahlausschusses am 20. August 2013 bin ich durch Hannover gefahren und schaute mir diese "Anschlagstafeln" an. Dort hingen bereits Plakate des SPD- und des Grünen-Oberbürgermeisterkandidaten. Besonders der SPD-Kandidat ist mir aus den Medien als aggressiver Werber bekannt. Sein Plakat und das Plakat des Kandidaten des Grünen hätten dort laut Mitteilung des Wahlamtes der Stadt Hannover vom 22. Juli 2013 noch gar nicht hängen dürfen. Grüne und SPD verstoßen also gegen den Grundsatz freier, geheimer und gleicher Wahlen, wenn es um den nächsten Oberbürgermeister von Hannover geht.

Dagegen werde ich mich auch beim Wahlamt der Stadt Hannover beschweren.

Einstweilige Verfügung (III)

Sonntag, 25. August 2013

Einstweilige Verfügung

Carsten Schulz will auf die Kandidatenliste

Der Wahlausschuss der Stadt Hannover hat am Dienstag zwei Kandidatinnen (SPD und Linke) und zwei Kandidaten (CDU und Grüne) zur Oberbürgermeisterwahl zugelassen. Dagegen wehrt sich nun der parteilose Carsten Schulz, ehemals Mitglied der Piraten-Partei und Ex-Landtagskandidat dieser Partei. Er beantragte eine einstweilige Verfügung. Die Begründung steckte er heute in den Briefkasten des Verwaltungsgerichtes von Hannover. Danach rief er mich an.

So erstaunt wie ich darüber am Dienstag bei der Wahlausschuss-Sitzung gewesen bin, dass es einen zweiten parteilosen Kandidaten gibt, so erstaunt war er darüber, dass auch meine Kandidatur von der Madsack-Presse, bestehend aus "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und "Neue Presse", verschwiegen worden ist. Gegen diese Schweigetaktik habe er bei der Madsack-Geschäftsführung protestiert. Vergeblich. Während der CDU-Kandidat bei einer Bootsfahrt schon ins Wasser fallen müsse, um auf sich aufmerksam zu machen, seien Parteilose mit einer aussichtslosen Unterschriftensammlung beschäftigt.

"So viele Unterschriften zu sammeln, ist inzwischen völlig unmöglich, da viele Leute Angst haben, ihre Daten preiszugeben", sagt Carsten Schulz. 30 Unterschriften von Unterstützern habe er zwar gesammelt, aber nicht abgegeben. Da sich diese Woche ein Politikwissenschaftler darüber beklagt habe, wie langweilig die Oberbürgermeisterwahl in Hannover sei, habe er dem gemailt: "Das ist doch kein Wunder, wenn zwei Kandidaten und deren Ideen gar nicht erwähnt werden."

Mit seinem Protest will Carsten Schulz nach einer wahrscheinlichen Ablehnung seiner einstweiligen Verfügung durch das Verwaltungsgericht in Hannover bis in die letzte Instanz gehen.

Siehe auch: Keine Sehensfreude

Einstweilige Verfügung (II)


Mittwoch, 21. August 2013

Keine Sehensfreude

Der Wahlausschuss tagt im Neuen Rathaus
(Wahlleiter Carsten Köller, 2. v. l.). Foto: Heinz-Peter Tjaden












Rosamunde klebt wohl weitere Plakate

Vom Maschseefest ist noch einiges übrig geblieben und muss noch weggeschafft werden, vom Friedrichswall dagegen ist nichts übrig geblieben. An jedem Baum, an jedem Grashalm lehnt ein Plakat der SPD-Oberbürgermeisterkandidatin Rosamunde Schostok. Parkplatz vor dem Neuen Rathaus ist jedoch immer. Bis der Wahlausschuss tagt, sind es noch 30 Minuten. Mein Jagdterrier zieht mich zum Maschpark und schlürft erst einmal den Wasserspiegel des Teiches ein paar Zentimeter tiefer, was eine Entenfamilie jedoch nicht stört, ein Mann macht Fotos von seiner Liebsten, die im Gras liegt, auf der Rathausterrasse ist jeder Tisch besetzt, Touristinnen und Touristen aus aller Welt schlendern durch den über 100 Jahre alten Maschpark, störend wirkt nur ein Museumskasten, der hier wohl nur versehentlich steht. Ob Rosamunde Schostok ebenso versehentlich Oberbürgermeisterin von Hannover wird, bleibt abzuwarten.

Mein Hund rollt sich auf der Rückbank meines Autos zusammen und nimmt eine Mütze Schlaf, während ich die Treppe zum Gobelinsaal nehme. Die Tür ist verschlossen. Auf einem Zettel steht: "Sollte diese Tür verschlossen sein, dann nehmen Sie bitte die Tür zum Ratssaal." Deswegen nehme ich die. Der Wahlleiter, sein Stellvertreter und der Schriftführer sind schon da. Die Mitglieder des Wahlausschusses auch. Rosamunde Schostok aber nicht. Die klebt wohl weitere Plakate.

Eine Mitarbeiterin der Stadt drückt mir einen Zettel in die Hand. Darauf stehen die Namen der Kandidatinnen und Kandidaten, die heute zur Oberbürgermeisterwahl zugelassen werden sollen - oder aber nicht. Der Rechtsanwalt Matthias Waldraff tritt angeblich für die Christliche Union Deutschlands an. Vielleicht hätte er auf den Plakaten, die für ihn geklebt worden sind, doch nicht verschweigen sollen, dass er für die CDU kandidiert.

Dann staune ich über einen zweiten Einzelbewerber. Der heißt Carsten Schulz und ist 52 Jahre alt. Erst seit heute weiß ich, dass dieser Hannoveraner bis zu seinem Parteiaustritt Mitglied der Piraten-Partei gewesen ist und anschließend SPD-Mitglied werden wollte, was ihm nicht gelang. "Die Wahrheit wird siegen", verkündet er im Internet.

Der Wahlleiter verkündet jedoch, dass Carsten Schulz nicht als Oberbürgermeisterkandidat zugelassen werden kann. Der habe keine Unterstützerunterschriften gesammelt. Beim Wahlausschuss und beim Datenschutzbeauftragten seien Protestschreiben des 52-Jährigen eingegangen. Müsse ein Unabhängiger Unterschriften für sich sammeln, handele es sich um eine Benachteiligung gegenüber den Partei-Kandidaten. Außerdem mache der Datenschutz die Sammlung von Unterschriften fast unmöglich. Diesen Argumenten hält der Wahlleiter höchstrichterliche Urteile entgegen. Ein unabhängiger Kandidat müsse Unterschriften sammeln, um die Ernsthaftigkeit seiner Kandidatur zu beweisen. Da Carsten Schulz juristisch erprobt ist, plant er möglicherweise nach dem 22. September 2013 eine Anfechtung der Wahl. Denn auch Matthias Waldraff könnte mangelnde Ernsthaftigkeit unterstellt werden. Dieser Rechtsanwalt ist erst Anfang des Jahres in die CDU eingetreten, Stimmen holen will er als "Anwalt der Bürger" und als "Menschenkenner". Rosamunde Schostok dagegen sei eine "Berufspolitikerin". Waldraff will also ehrenamtlicher Oberbürgermeister werden?

Auch meine Kandidatur lassen Wahlleiter und Wahlausschuss an den Gesetzen scheitern. Die Zahl meiner Unterstützerunterschriften reicht nicht aus. Steht nun auch auf den offiziellen Seiten der Stadt Hannover.http://www.hannover.de/Service/Presse-Medien/Landeshauptstadt-Hannover/Aktuelle-Meldungen-und-Veranstaltungen/Vier-KandidatInnen Mein Name steht dort nicht. Der hat noch nie irgendwo gestanden (außer auf diesen Seiten). So ist das, wenn eine so große Dichterin wie Rosamunde Schostok Oberbürgermeisterin werden will.

Mein Hund entrollt sich wieder auf der Rückbank. Wir verbringen noch ein paar Minuten vor dem Neuen Rathaus, gehen zum Bahlsen-Brunnen und fahren dann weiter bis zur List. Aus dem Auto steigen ist auch hier vor einem Plakat von Rosamunde Schostok stehen. Auf einigen hat sie sich sogar in ihren Konfirmandin-Anzug geworfen. Vor dem Café Tabac spenden Bäume Schatten. Ich bestelle eine Folienkartoffel mit Serviette ohne Foto der SPD-Oberbürgermeisterkandidatin. Die Kellnerin schmunzelt.

Weitere Fotos





Mittwoch, 14. August 2013

Die Sehensfreude

Wird sehr groß sein

Schlaflos in Wilhelmshaven freue ich mich riesig auf den 20. August 2013. Den Gobelin-Saal des hannoverschen Rathauses betrete ich um 13.30 Uhr mit Hannovers größter Dichterin Rosamunde Schostok, die ihren Bestseller "Rosamundes Hannover", vergleichbar nur mit dem eigentlich unvergleichlichen "Klapas Hannover", mitbringen will. Diese Sammlung ihrer Kolumnen zur Oberbürgermeisterin-Wahl in Hannover ist schon Literaturgeschichte, sogar Kindergartenkinder erfreuen sich längst an Schilderungen vom Lindener Berg, der unglaublich blau an Schönheit nicht einmal zu überbieten ist von dem hübscheste Funkenmariechen aus Ricklingen, das noch so sehr sprühen mag wie die Sprüh-Sahne, die Rosamunde Schostok jüngst bei Aldi in Misburg erwarb, bis sie das Blau des Blauen Sees verglich mit dem Blau des Lindener Berges, das eigentlich unvergleichlich ist.

Dennoch ist das Treffen im Gobelin-Saal nicht vornehmlich literarischer Art, sondern eher politischer. Der Wahlausschuss stellt die bange Frage, wer denn geeigneter sei, die Geschicke von Hannover zu lenken: Rosamunde Schostok oder Stefan Schostok, der sie früher einmal gewesen ist, bevor ihn Klapas Pfeil traf.

Wie die Entscheidung auch lauten möge, schlaflos in Wilhelmshaven ist mir längst schon klar, wer die Gewinnerin sein wird: zweifellos die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover, die neu entstehen wird, ob nun Rosamunde oder Stefan an der Spitze steht oder doch nur ein fraushohes Wahlplakat, das früher einmal mannshoch gewesen ist.


Es ist mir eine Ehre (II)

Serdar Saris gewidmet

"Es ist mir eine Ehre" widme ich dem Geschäftsführer der Step gGmbH Hannover und der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg, der vieles einfach nicht zur Kenntnis nimmt und schleifen lässt.

Würdevolles Leben - 13-Jähriger auf der Flucht - schweigender Bundespräsident
“ALI fordert würdevolles Leben für alle” titelt heute das “Neue Wilhelmshaven” (NW, ehemals “Wilhelmshavener Zeitung”, WZ) auf Seite 3 und berichtet über eine Podiumsdiskussion der Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven-Friesland (ALI) mit den Bundestagskandidaten der SPD, der Linken, der Grünen und der Freien Wähler. CDU und FDP sind gar nicht erst erschienen. Hartz IV sagt den Kandidaten dieser beiden Parteien möglicherweise nichts…
Aber auch andere Themen sagen nicht nur so mancher Politikerin und so manchem Politiker nichts. Da treibt ein junger Soldat Anfang Mai tot im Wasser, im Juli macht sich ein anderer junger Soldat aus dem Staub und flüchtet nach Belgien. 

Montag, 12. August 2013

Rosamunde mannshoch

Das ist wirklich merkwürdig

Die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin ist über ihre Plakate immer noch nicht weggekommen. Auch in ihrer jüngsten Dichtung wird sie von ihnen beschäftigt: "Drei Motive meiner Großflächenplakate stehen derzeit an den Straßenrändern. Zugegeben: Es ist ein merkwürdiges Gefühl, wenn ich daran vorbeigehe oder –fahre und mich mannshoch auf den Fotos sehe." Das wäre sicherlich für jede Frau ein seltsames Gefühl. Aber: Im Duden sucht man das Wort fraushoch vergeblich. Fällig wäre also: Eine Protestnote an die Gleichstellungsbeauftragte.

Rosamunde Schostok findet ihre fraushohen Plakate jedoch nicht nur merkwürdig, sie findet sie auch nicht schlecht, eher gut, eigentlich ganz prächtig - und was gefällt ihr an ihren Plakaten am Besten? Ihre ebenso schlichte wie einleuchtende Antwort: "Sie kommen gut an." Aber bei wem? Dazu schreibt Rosamunde Schostok, dass "Sie Ihnen gefallen".  Mit "Sie" meint die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin wahrscheinlich alle, die nicht mit einem merkwürdigen Gefühl an den fraushohen Plakaten vorbeigehen oder vorbeifahren. Und was meint sie mit "Ihnen"? Da hat sie ihnen wohl vertippt. Deshalb ihre Dichtung im Zusammenhang: "Was mir am Besten daran gefällt? Sie kommen gut an. Vielen Dank für die vielen erfreulichen Rückmeldungen! Mich freut, dass Sie Ihnen gefallen."

Wir uns gefallen also unsere Rückmeldungen, die mannshoch an den Straßenrändern stehen? Das Beste und das Zweitbeste an Rosamunde Schostoks Dichtung ist: Man muss sie nicht immer verstehen - aber man darf sie stets gut finden.  

Dienstag, 6. August 2013

Die Kaltbüglerin

Rosamunde Schostok lüftet ein kleines Geheimnis

Hannover ist enttäuscht - die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin Rosamunde Schostok ebenfalls. Die es eigenem Weggucken zufolge merkwürdig findet, sich auf Plakaten selbst zu sehen. Schreibt sie bei Facebook. Doch in ihrer Kolumne von gestern schreibt sie etwas anderes: "Schade, dass ich mich im Wahlkampf auf sechs Großflächenplakate und damit sechs Kernthesen zur Zukunft der Stadt beschränken muss."

Als große Dichterin wäre Rosamunde Schostok keinesfalls um weitere "Kernthesen" verlegen gewesen. Jeder Verleger hätte sicherlich auch diese Sprüche verlegt: "Mein Hannover. Nicht nur im Sommer ein Hoch-Genuss." Oder "Mein Hannover. Seenswert!" Den zweiten Spruch will die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin als "Anspielung auf das wirklich tolle Maschseefest" verstanden wissen. Und den Hoch-Genuss nicht nur im Sommer? Könnte eine Anspielung auf das Steintor-Viertel sein, in dem sogar ein Polizeipräsident sein persönliches Hoch erlebt haben soll. Aber vielleicht hätten wir diese große Dichterin dann missverstanden.

Woher eigentlich nimmt Rosamunde Schostok ihre vielen Ideen? Die Antwort ist ebenso einfach wie verblüffend: von der "Kehrseite des heißen Sommers in der City". Die erlebt sie jeden Morgen um sechs Uhr nach der Kernseife und vor dem Hemden bügeln. Aufgestanden ist die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin dann natürlich auch schon. Die hält nichts im Bett. Sie ist ledig - und den Roman "Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung" kann sie nicht geschrieben haben.

Jedenfalls kennen wir nun das "kleine Geheimnis" von Rosamunde Schostok: "Die Ideen kommen mir oft morgens kurz nach sechs Uhr." Darauf dürfen sich auch schon alle im Rathaus freuen. Die SPD-Oberbürgermeisterin wird ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich um 6 Uhr zusammentrommeln, denn ab 7 Uhr hat sie fast keine Ideen mehr. Aber immer das Bügeleisen dabei?






Montag, 5. August 2013

Denkt wie eine Frau

Ob nun Stefan oder Rosamunde: Enttäuschung legt sich

Rosamunde Schostok ist keine Frau. Die Enttäuschung darüber hat sich bei einer zweiten Umfrage von Bündnis 13/Die Kühnen gelegt. Inzwischen sagen 88,3 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die sich über eine SPD-Oberbürgermeisterkandidatin gefreut hätten, viel wichtiger sei: "Rosamunde denkt wie eine Frau." Von Rosamundes Wahlplakaten begeistert sind 77,2 Prozent aller Hannoveranerinnen und Hannover, die nicht achtlos an Wahlplakaten vorbeigehen. Häufigste Begründung: "Sie ist nicht nur sozial, sie ist auch grün, sie ist liberal, sie ist international, sie ist weltoffen und stellt keine Fragen."

Das dagegen macht der CDU-Oberbürgermeisterkandidat Matthias Waldraff. Der lässt auf seinen Wahlplakaten ein Fragezeichen aus einem Kragen ragen. Deswegen platzt 62,3 Prozent der Hannoveranerinnen und Hannoveraner, die nicht achtlos an Plakaten vorbeigehen, der Kragen. Häufigste Begründung: "Der Kragen gefällt uns nicht. Der hätte ruhig modischer sein können. Außerdem wollen wir weder einen Berufspolitiker noch einen Menschenkenner. Wir wollen Rosamunde."

Die ganz Hannover immer und überall betreuen will. Kinder in den Ferien, Arbeitslose in der Eilenriede, Rentnerinnen und Rentner in Suppenküchen und Schlaglöcher in den Straßen. Das finden 77,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die Rosamunde Schostok gut finden, gut. Häufigste Begründung: "Werden alle betreut, kann sich eine SPD-Oberbürgermeisterin ungestört um ihre Pflanzen im Büro kümmern."

Diese Umfrageergebnisse haben zu weiteren Fragen von Bündnis 13/Die Kühnen geführt, die so beantwortet worden sind: 90,4 Prozent wünschen sich keine Anwälte für die Kinderbetreuung, 88,2 Prozent halten Menschenkenner für schlechte Blumenpfleger und 84,3 Prozent glauben nicht, dass ein Fragezeichen eine Alternative zu einer großen Dichterin darstellt.

Rosamunde Schostok kann dem 22. September 2013 gelassen entgegen sehen, sagen 77,0 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und Umfrageteilnehmer, die nicht an dieser Umfrage teilgenommen hätten, wenn sie gewusst hätten, dass sie angerufen werden.