Mittwoch, 2. Oktober 2013

Rosamunde rennt

Demokratie kostet 219 Euro

Rosamunde rennt und dichtet weiter. Diese Woche das Wort "Zu-stimm-ung". Zu ist bekanntlich das Gegenteil von offen und gilt für den Wahlausgang. Aus Stimm kann man viele zur Oberbürgermeister-Wahl passende Wörter bilden. Stimmzettel, Stimmrecht, Stimmvieh...Mit ung enden Begriffe wie Erwählung (von Rosamunde Schostok), Verstimmung (für den Gegenkandidaten)...

Eine mögliche Verstimmung lässt die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin weder rasten und auch nicht ruhen. In Tiefschlaf fällt diese große Dichterin erst, wenn sie im Rathaus ist. Bis dahin hastet Rosamunde Schostok durch Hannover, immer die Frage auf den Lippen "Hasten schon gewählt?" "Auf die Briefwahl weise ich jetzt sogar spätabends und nachts in den Fußgängerzonen hin", berichtet sie und distanziert sich von Ungläubigen: "Sie glauben gar nicht..." Was wir nicht glauben, ist: "...wie viele Menschen dann gut gelaunt unterwegs sind - ins Opernhaus, GOP, Kino oder sogar zum Nachtsport!" Für den besonders das Steintorviertel bekannt ist. Man glaubt gar nicht, wie viel Nachtsport dort getrieben wird.

Allerdings glaubt man auch nicht, wie teuer die Demokratie inzwischen geworden ist. Heute bekam ich vom Verwaltungsgericht in Hannover eine Kostenrechnung über 219 Euro, weil ich eine einstweilige Verfügung wegen der Benachteiligung parteiloser Kandidaten beantragt habe. Benachteiligung ist ein Wort mit ung wie Erinnerung, die ich nun einlegen kann. Die hat jedoch keine Wirkung: "Die Erinnerung entbindet nicht von der Zahlungspflicht." Rosamunde Schostok hätte bestimmt das Wort Zahlungsverpflichtung gewählt...

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