Freitag, 31. Mai 2013

Das Neue Rathaus

Ist inzwischen ein altes Haus - und feiert 100. Gebautstag

Das wird schwer. Sehr schwer. Doch ich will den Versuch wagen, einen Text zu schreiben wie er sonst nur von der großen hannoverschen Dichterin Rosamunde Schostok verfasst werden kann: So schön wie ein Sonnenuntergang und so rührend wie ein Kuchenteig. Lassen Sie sich das von mir wahrscheinlich unvollkommen Geschriebene rosa munden:

Wenn ich am Neuen Rathaus vorbeikomme, kann ich es nicht fassen: Dieses Gebäude strahlt so jung vom Trammplatz und wird doch am 20. Juni 100 Jahre alt. Gegründet wurde es auf so vielen Buchenpfählen wie mein Mitbewerber von der CDU am 22. September Stimmen hat: 6026. Gefeiert wird dieser 100. Gebautstag mit spannenden geschichtlichen Vortragsreihen, nostalgischen Stummfilmabenden, Führungen und Sonderausstellungen, auf die ich mich schon so sehr freue, wie ich das kaum noch in Worte fassen kann.

Doch ganz besonders freue ich mich auf das Konzert von "Silbermond" am 20. Juni auf dem Trammplatz. Das Wort Silbermond weckt in mir Erinnerungen an das Mädchen, das mir den ersten Kuss gegeben hat. Über dem Maschsee schien der Silbermond und sie hieß Maren, nein Martina, auch nicht, ich glaube, ihr Name war Manuela, aber wie dem auch sei, irgendetwas mit M war es. Es war ein Kuss, an den ich noch oft denke, wenn ich am Maschsee sitze und mich davonträume in eine Zeit, als wir noch unbeschwert waren und noch nicht so alt wie das Neue Rathaus.

Der 100. Gebautstag des Neuen Rathauses weckt aber nicht nur schöne Erinnerungen in mir, ich werde mir auch zu Herzen nehmen, was Stadtdirektor Heinrich Tramm am 20. Januar 1913 zu Kaiser Wilhelm II. gesagt hat: "Alles bar bezahlt, Majestät!" Kaiser gibt es heute zwar nicht mehr, doch dafür sind Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, jetzt diejenigen, die unser schönes Hannover regieren, was Ihnen besonders gut gelingen wird, wenn ich erst Ihr Oberbürgermeister bin, der in 100 Jahren ebenfalls sagen kann: "Alles bezahlt." Denn dann hat Hannover keine Schulden mehr.

Das Gebautstagsfest dauert vier Tage. Vier wunderschöne Tage. Vier tolle Tage. Vier Tage, die wir nie wieder vergessen werden. Zu den Höhepunkten gehört am 21. Juni die Fete de la Musique. Das ist Französisch. Vermute ich, wie wir uns vermutlich sehen werden bei so manchem tollen Gespräch und wunderbaren Begegnungen mit vielen Strichen auf unseren Bierdeckeln, die wir wegkratzen, wenn der Kellner nicht hinschaut.

Besonders nett wollen wir zu unseren Gästen sein, die sich bei www.hannover-tourismus.de ein Erlebnispaket mit zwei Übernachtungen gekauft haben. Das sollen sie nicht bereuen. Dazu kann jede und jeder von uns beitragen. Ich werde es tun. Zeigen wir unseren Gästen, wie gastfreundlich unser Hannover ist. Wenn unsere Gäste wieder zuhause sind, können wir immer noch mit Kurt Schwitters sagen: "Das Rathaus gehört den Hannoveranern." Hinzufügen möchte ich: den Hannoveranerinnen natürlich auch...

Wie der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Stefan Schostok zu ihrem Namen gekommen ist

Kommentare:

  1. gebautstag ist ein schönes wort :-)

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  2. so wundervoll wie rosamunde schreiben sie zwar nicht, aber immerhin...

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