Donnerstag, 16. Mai 2013

Asphalt

Widmet sich dem Sonntag und knöpft sich Steinbrück vor

Die Mai-Ausgabe des Obdachlosen-Magazins "Asphalt" ist dem Sonntag gewidmet. Herausgeber und Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes hält diesen Tag für "eine Insel in der dahinfließenden Zeit, einen geschützten Palast der Zeit, damit die Woche Struktur erhält".

Dieser Meinung bin ich schon vor meiner Geburt gewesen, deshalb lauerte ich im Februar 1949 auf den richtigen Sonntag, um den Wochen meiner schwangeren Mutter Struktur zu verleihen. Als in diesem Monat zwei Sonntage vorüber waren, reckte ich meine Arme und Beine und machte mich auf den Weg nach draußen. Den beendete ich am dritten Sonntag des Februars 1949 pünktlich um 7 Uhr morgens. So hatte meine Mutter noch etwas von diesem "Palast der Zeit" und Erich Malpass 1965 die Idee für den Roman "Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung".

Fast 50 Jahre später kam eine Partei, die früher SPD hieß, auf eine andere, weniger gute Idee: Sie machte Peer Steinbrück zu ihrem Kanzlerkandidaten, um der nächsten Niederlage bei einer Bundestagswahl zumindest Struktur zu verleihen. Ob da noch "Platon hilft", wie "Asphalt"-Autor Volker Macke auf Seite 5 in einer Glosse auch nicht mehr zu hoffen scheint, darf auch von mir Frühgeborenem bezweifelt werden. Denn - schreibt Volker Macke: "Peer Steinbrück will Sport nur noch für Jungs. Mädchen machen dann Jazzdance, Gymnastik und Pilotis oder wie das Gedöns genannt wird. Der Religion zuliebe empfiehlt der oberste Satiriker der SPD den Schulen doch tatsächlich die Segration der Kinder im Sportunterricht."

Auch die "Asphalt"-Mai-Ausgabe kostet 1,60 Euro, die Hälfte bekommt der Verkäufer. Den Rest Peer Steinbrück - am 22. September 2013.

www.asphalt-magazin.de

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