Samstag, 2. März 2013

Gib mir ein d

Sonst hätte die CDU von Hannover Wallraff ins Rennen geschickt

Was für ein Glanz in der Hütte, die Palmen am Maschsee verneigen sich. Die CDU von Hannover schickt den "Staranwalt" Matthias Waldraff ins Rennen um das Rathaus. Im letzten Moment hat Parteichef Dirk Toepffer noch ein d gefunden, sonst wäre Wallraff Kandidat geworden. Auch damit wäre der CDU zwar "ein Coup" gelungen (Vera König in der "Neuen Presse" von Hannover), aber die Freude hätte wohl kaum lange gewährt. Wer will schon Enthüllungen über die Hannover-Connection?

Die will auch Waldraff nicht. Der will ein Trauma verarbeiten. Eigenen Angaben zufolge ist er im Januar 2013 in die CDU eingetreten, weil SPD und Grüne behauptet haben, dass David McAllister die Landtagswahl verloren habe. Mit solchen Gerüchten wollte er kurzen Prozess machen, was ihm als Anwalt selten gelungen ist. Nun kann Matthias Waldraff aus McAllister doch noch einen Siegertypen machen, außerdem schätzt der CDU-Oberbürgermeisterkandidat seine Konkurrenten Stefan Schostok von der SPD und Lothar Schlickau von den Grünen. Angriffe, Polemik oder unsachliche Attacken seien deshalb von ihm nicht zu erwarten. Außerdem trete er gar nicht für die CDU an, er wolle "ein überparteilicher Kandidat sein". Der einen "hoffnungslosen Fall" gewinnen werde.

Darüber freut sich auch der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Stefan Schostok in einer Sprechblase auf Seite 19 der "Neuen Presse": "Diese Entscheidung verspricht einen spannenden Wahlkampf. Wir haben einen guten Umgang und dieselbe Leidenschaft für 96 und die Rote Reihe." Mit Rote Reihe meint dieser sozialdemokratische Freizeitdichter keinesfalls die Abwehr des Bundesligisten, sondern - was eigentlich? Einen Förderverein von Hannover 96? Die Hannover-Connection? Den Wohnsitz des Massenmörders Haamann? Offenbar verliert Schostok immer wieder den Faden, manchmal eben auch den blauen. Aus dem wird nie ein Universalgelehrter.

Derweil sucht der Wahlleiter von Hannover den roten Wahl-Faden. In einer "Zwischennachricht" teilt er mir heute mit: "Wir haben Ihre Anforderung der Unterlagen für die Oberbürgermeisterwahl erhalten. Zu dem Zeitpunkt war allerdings lediglich das Datum, wie in Ihrem Schreiben genannt, der Bundestagswahl benannt. Das Datum der Oberbürgermeisterwahl stand noch nicht fest.

Der Rat der Landeshauptstadt Hannover hat aber nunmehr in seiner Sitzung vom 21. 3. 2013 beschlossen, dass der Tag der Oberbürgermeisterwahl am Tag der Bundestagswahl, dem 22. September 2013 stattfinden soll. Wir sind allerdings noch in der Bearbeitung und rechtlicher Abstimmung der notwendigen Anlagen der Niedersächsischen Kommunalwahlordnung (NKW0). Sobald diese fertig sind werden wir Ihnen die entsprechenden Unterlagen zukommen lassen."

Kommt Tag, kommt Rat. Trotz aller Fehler in dieser "Zwischennachricht"...

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