Dienstag, 22. Januar 2013

Der Frank

Ist aus dem Häuschen gewesen

ARDaus: "Ist der nicht cool?" So hat Frank Plasberg "hart, aber fair" gestern einen Fernsehauftritt des FDP-Parteivorsitzenden Philipp Rösler am Wahlsonntag kommentiert, bei dem sich der Vorhang mit "Morgen informiere ich die Gremien" öffnete und mit "Morgen werde ich dazu Stellung nehmen" wieder schloss. Rösler habe bei diesem Interview offenbar schon gewusst, was er am nächsten Tag tun werde, jubelte der Moderator. Wäre ich im Studio gewesen, hätte ich Plasberg eine Tröte in die Hand gedrückt. Dann hätte er seine Begeisterung musikalisch untermalen können. Eine rote Pappnase hätte ihm sicher auch gut gestanden.

Themen des Abends waren eigentlich jener Rösler, der neuerdings schon gefeiert wird, wenn er am Montag noch weiß, was er sich am Sonntag vorgenommen hat, und Peer Steinbrück, der nach Auffassung von Thomas Oppermann (SPD) seine "Ecken und Kanten" behalten sollte. Nur nicht bei Gesprächen, die anschließend in einer Zeitung veröffentlicht werden. Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man nicht nur getrost nach Hause tragen, es kann auch missverstanden werden. Sobald andere Zeitungen darüber berichten.

Wie der Hauptstadtjournalist, der gestern zur Plasberg-Runde gehörte. Wulf Schmiese verfasste für Rösler eine Garantieurkunde, als er behauptete, der FDP-Parteivorsitzende habe mit seinem Rücktrittsangebot Rainer Brüderle für alle Zeiten um den Besitz von politischen Meuchelmordplänen gebracht. Da irrt er sich. Keine FDP-Zeit ist bekanntlich so alt wie die FDP von gestern. In dieser Partei pflegt man einen derart liberalen Umgang mit dem Anstand, dass Rösler gar nicht so viel Abstand zu Brüderle bekommen kann, wie er  für die Beobachtung aller internen Gegner nötig wäre.

Beobachtet wurden in dieser Sendung auch die Wählerinnen und Wähler, die in Niedersachsen der FDP ihre Stimmen "geliehen" haben sollen. Ein Redakteur heftete sich an die Fersen von Passantinnen und Passanten, bot ihnen einen schwarzen Pappkarton an, mit dem er die Augen der von ihm Verfolgten verdecken wollte, falls sich jemand zu dem Geständnis durchringen sollte: "Ich habe FDP gewählt." So weit ist Frank Plasberg schon, dass er Leute, die noch zur Wahl gehen, derart verspotten muss? Eine Einkaufszone ist doch nicht der Deutsche Bundestag, in dem Abgeordnete nur auf den vermeintlich passenden Augenblick für höhnisches Gelächter lauern, was Julia Klöckner von der CDU mit "Der Bundestag hat einen bestimmten Rhythmus" erklärte. Hoffentlich fiele ihr etwas anderes ein, wenn sie von Kindern gefragt werde würde, warum sich Politikerinnen und Politiker derart kindisch verhalten und alles missachten, was die Kleinen zuhause, im Kindergarten oder in der Schule über den Umgang miteinander lernen.








1 Kommentar:

  1. die talkshows verkommen immer mehr zu kasperletheater...

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