Samstag, 28. April 2012

Was falsch gemacht

Kinder malen bei einem Burgdorfer Kinderfest im
Haus der Jugend. Foto: Heinz-Peter Tjaden
















Keine Antwort von niemandem

Irgend etwas mache ich falsch: Hätte ich ein Buch geschrieben, in dem eine Theorie vertreten wird, die das Bild von Eltern verdunkelt und das Bild von Pflegeeltern in hellem Licht erstrahlen lässt, damit der in der Verfassung verbriefte Schutz der Familie ausgehebelt werden kann, stünde ich wahrscheinlich längst wie das Psychologen-Ehepaar Nienstedt und Westermann aus Münster auf den offiziellen Seiten der Stadt Burgdorf.

Was ich falsch gemacht haben könnte, könnte sein: Im Gegensatz zu Nienstedt und Westermann bin ich 1984 und 1985, außerdem von 1989 bis 2003 Lokalredakteur in Burgdorf gewesen, habe mit einer Handvoll Leuten den Verein "Hilfe für Kinder in Burgdorf" gegründet, der sieben Kinderfeste organisierte und als Reinerlös 12 500 Euro in die Kassen von Schulen und Kindergärten spülte. Schirmherr dieser Feste war Bürgermeister Alfred Baxmann.

Den habe ich vor gut einer Woche darauf hingewiesen, dass ich mit einer7-Jährigen aus Lübeck das Bilderbuch "Wenn Zahlen einen Kopfstand machen" veröffentlicht habe. Keine Antwort. Auch Schulen und Kindergärten, die in den Jahren 2000 bis 2003 bei diesen Festen mitmachten und davon profitierten, unterrichtete ich. Keine Antwort.

Möglich ist aber auch immer noch: Die planen größere Bestellungen, die organisiert sein wollen...

Sonntag, 15. April 2012

Das Weichei

Wird von der SPD in Stellung gebracht

"Wenn es nach der SPD geht, heißt Hannovers nächster Oberbürgermeister Stefan Schostok. Heute wird der Sozialpädagoge auf einem außerordentlichen Parteitag in Ricklingen nominiert." Steht in der Neuen Presse Hannover (NP) vom 14. April 2012. Die Überschrift lautet: "So tickt der OB-Kandidat - 2013 wird Weils Nachfolger gewählt - Heute bringt die SPD Schostok in Stellung".

Schon mein viel zu früh verstorbener Kollege Bengt Pflughaupt, der sowohl für die NP als auch für "Bild" gearbeitet hat, vertrat die Auffassung: "Überschriften machen kann die Neue Presse nicht." Was wieder einmal bewiesen wird. Denn ein Weichei kann man nicht in Stellung bringen. Das rollt vom Tisch und schon klebt der Küchenboden.

Wie Sozialpädagogen ticken, kann ein Normalsterblicher nie so ganz nachvollziehen, die kommen vor lauter Hinterfragen nicht weiter als bis hinter die Frage. Warum jemand eine Frage stellt, dahinter kommen die gar nicht. Beweist Stefan Schostok im "Abgeordnetenwatch". Von einem offenbar nicht verheirateten Vater gefragt, warum auf europäischer Ebene immer wieder scharfe Kritik an der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland geübt wird, eiert der 48-Jährige zu dem Nebensatz "wenn es dem Wohl des Kindes dient".

Wer, Herr Schostok, entscheidet denn darüber, was gut ist für ein Kind? Die Antwort: Viel zu oft inkompetente Jugendämter in Zusammenarbeit mit schlampig arbeitenden Gutachtern und voreingenommenen Familiengerichten, die gar nicht daran denken, alle Möglichkeiten einer Familie auszuschöpfen. Kinder werden getrennt, Grundrechte mit Füßen getreten, Akten hinter dem Datenschutz verborgen.

Eltern, die sich nach Scheidung oder Trennung, fetzen, sind zwar auch nicht besser als diese Instanzen, aber manchmal wird solch ein Streit provoziert. Die Zeit spielt den Behörden in die Hände, bis die Kinder nicht mehr herausgerückt werden. Das funktioniert so: Nach einer Gefährdungsmeldung kommt es zu einer Anhörung vor dem Familiengericht, das Kind landet in einem Heim oder angeblich vorübergehend in einer Pflegefamilie, nach Monaten verlässt sich das Gericht auf das angemaßte - weil rechtswidrige - Urteil eines Gutachters, der sich im Umfeld der Familie und in der Familie ein wenig umgehört hat, den Eltern werden Teile des Sorgerechts ebenfalls angeblich vorübergehend entzogen, der Kontakt zu den Kindern wird erst einmal gekappt, weil die Kleinen angeblich zur Ruhe kommen müssen, bei Hilfeplangesprächen werden alte Geschichten so lange aufgewärmt, bis auf Hilfepläne, die den Gesetzen entsprechen, gänzlich verzichtet wird. Kann zwischen die Partner ein Keil getrieben werden, wird er getrieben. Wehrt sich jemand dagegen, ist er - gängiges Jugendamtsdeutsch - nicht kooperativ, in seiner Wahrnehmung gestört und somit eine Gefahr für seine Kinder...

Das Weichei der hannoverschen SPD bei Abgeordnetenwatch