Montag, 26. November 2012

Armes Hannover

Stefan Schostock - OB-Kandidat wider Willen?

Ein Alleinstehender mit einem monatlichen Einkommen, das unter 848 Euro liegt, gilt in Deutschland als arm. In Hannover sind einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge 22,6 Prozent von Armut bedroht, 12,8 Prozent leben von Hartz IV. In der Armuts-Tabelle liegt die niedersächsische Landeshauptstadt auf Platz 4 hinter Leipzig, Dortmund und Duisburg.

Andere Sorgen hat der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Stefan Schostok. Der fragt sich auf seinen Internet-Seiten "Was soll ich heute kochen?" und serviert "Futter für´s Volk". Vielleicht will er mit Kochrezepten so viele Wählerinnen und Wähler gewinnen, dass er 2013 Weil-Nachfolger wird, wie Johannes Mario Simmel mit Kochrezepten in seinem Schelmenroman "Es muss nicht immer Kaviar sein" so viele Leserinnen und Leser gewonnen hat, dass er 1960 seinen ersten Bestseller schrieb. Der Untertitel dieses Romans lautete "Die tolldreisten Abenteuer und auserlesenen Kochrezepte des Geheimagenten wider Willen Thomas Lieven."

Wenn Stefan Schostok lediglich ein Oberbürgermeisterkandidat wider Willen wäre, dann wäre es ja gut. Dann seien ihm bis zum Wahltermin auch noch einige tolldreiste Abenteuer gegönnt. Mögliche Termine wären: Elefantenbabys stemmen im Zoo, Silvester Margot Käßmann nach Hause fahren, Wahlkampfbüro im Ihme-Zentrum einrichten, in der Südstadt gegen das Berufsbeamtentum demonstrieren, auf dem Flohmarkt das Godesberger Programm verhökern...

Kommentare:

  1. Mail, die ich heute bekommen habe

    Nach den letzen beiden ARD-Tatort-Folgen fragten mich viele Lesermeiner Kommentare, ob es in Hannover tatsaechlich so wild zugehe,wie im TV gezeigt. Ob es also am Maschsee und an der Leine nicht nur im Film, sondern auch im wirklichen Leben, eine so schmierig-verfilzte Verbindung von Wirtschaft, Politik, Halbwelt und Justiz gebe.

    Dazu anbei meine letzte Rede anlaesslich der TUI-HV am 15. Februar 2012 mit einigen zusaetzlichen, erklaerenden Anlagen in Sachen Preussag/TUI, die - selbstverstaendlich - der Staatsanwaltschaft Hannover schon seit Jahren vorliegen. Wenn die hannoveraner Staatsanwaelte damals auch nur ansatzweise ihrer Pflicht nachgekommen waeren, haette es beispielsweise den 5-Mrd.-Euro-Konkurs der Babcock Borsig AG mit dem Verlust Tausender Arbeitsplaetze nie gegeben. Die Milliarden-verluste im Bereich der Preussag/TUI AG sind wiederum lediglich
    ein Teil des Gesamtschadens von nahezu 100 Mrd. Euro, der im kriminellen Imperium der WestLB entstanden ist, zu der auch die Preussag/TUI AG zaehlte. WestLB-Chef Neuber hatte nicht nur mit Hilfe seiner
    von der WestLB finanzierten PJC-Fluege hochrangigste Politiker am Faedchen. Die Polizei in Hannover verharrt derweil in grossen Teilen in dumpfer Frustration. Die Presse in der Landeshauptstadt begleitet die Maschsee-Mafia staunend-naiv bis hilflos-servil.

    Nachdem ich nach meiner Rede neben dem Manuskript auch die beiden TUI-Rechnungen fuer die Herren Wulff und Groenewold in der Kongress-Halle offen verteilt hatte, begann die Staatsanwaltschaft Hannover allerdings am naechsten Tag mit offiziellen Ermittlungen in Sachen Wulff.

    Man beantragte am 16. Februar 2012 die Aufhebung der Immunitaet des
    Bundespraesidenten wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsnahme im
    Zusammenhang mit den beiden Sylt-Urlauben vom 30./31. Oktober bis 3. November 2007...

    MfG

    Hans-Joachim Selenz
    ehemals Vorstandsmitglied der Preussag AG (heute TUI AG) und ehemals Vorstandsvorsitzender des Preussag Stahl AG (heute Salzgitter AG)

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